seychellen

Tag 7 - Praslin

Zum Frühstück haben wir uns am Toast in der Küche des Gästehauses bedient und einen Tee getrunken. Danach sind wir wieder zur Bushaltestelle gelatscht, um den Bus zum " Vallée de Mai" Nationalpark zu erwischen. Leider verpassten wir einen Bus und mussten ca. 45 min auf den nächsten warten. Beim Fahrer kurz nach "Vallée de Mai" gefragt, kurzes Nicken und einsteigen. Das Ziel des Busses war aber doch nicht der Nationalpark, was uns im Verlauf der Fahrt vorbei am Südende der Insel bis in Richtung Flughafen klar wurde. Dafür sahen wir eben den Süden, welcher vor allem bergig ist. Der Bus musste sich unfassbar schmale und unfassbar steile Berge hoch und runter quälen. So etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt, ein Schild hat tatsächlich auf eine Steigung von 30% hingewiesen. Für den Busfahrer hieß das: CO2-Werte vergessen, 1. Gang einlegen und die Rostlaube ordentlich treten. Irgendwann sind wir dann doch einmal ausgestiegen, haben die Straßenseite gewechselt und einen Bus in die andere Richtung genommen, der uns auch innerhalb von 10 Minuten zum Vallée de Mai brachte. So hatten wir ca. 2 h vertrödelt für eine Fahrt, die wir 1 Bus früher in 20 min hätten haben können.

Das Vallée de Mai, welches zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt ist ein Naturpark, bzw. Urwald, welcher über alle möglichen einheimischen Pflanzen verfügt. Vor allem wächst dort die weltbekannte Coco-de-Mer, ein Wahrzeichen der Seychellen. Im Park selbst kann man auf verschiedenen Pfaden die Natur in ihrer ganzen Pracht erlaufen. Das haben auch wir staunend getan. Der Park hält was er verspricht und gehört zum Pflichtprogramm bei einem Seychellen-Aufenthalt.

Unsere Planung sah vor, im Anschluss den bekannten Strand Anse Lazio im Norden der Insel zu besuchen. Auch hierfür nahmen wir den Bus. Leider war dieser in dem Fall etwas kleiner geraten, so dass wir gerade so einen Stehplatz inmitten des Gedränges bekamen. Irgendwann kamen wir dann auch an der Endstation im Norden der Insel an. Auf der Karte war ein Weg eingezeichnet, der uns zur Anse Lazio führen sollte. Leider hat die Karte nicht gezeigt, das die überschaubare Strecke über einen steilen Berg führte. Also liefen wir ca. 15 min bergauf und 10 min steil bergab und erreichten ziemlich verschwitzt den berühmten Strand. Dieser entschädigte aber für die Strapazen, den auch er gehört zur Kategorie "Traumstrand" und hat wohl weltweit eine überschaubare Konkurrenz. Es hieß wieder: Badehose raus und in die Sonne legen.

Nach ca. 1 1/2 Stunden machten wir uns wieder auf den beschwerlichen Rückweg, da wir den Bus nicht verpassen wollten. Am Haltepunkt angekommen war jedoch noch genug Zeit, in einem kleinen Imbiss ein Sandwich zu speisen. Der Bus brachte uns dann wieder zu unserem Gästehaus, wo wir uns noch einmal kurz erfrischten, den Rucksack schnappten und auf den nächsten Bus in Richtung Flughafen warteten. Das wir diese Busfahrt wohl unser Leben lang nicht vergessen werden, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Die ersten paar km waren dann auch nix Besonderes. Doch irgendwann hat der Busfahrer einfach einen Gang hoch geschaltet und kaum noch Rücksicht auf die umliegenden Verkehrsteilnehmer genommen. Die Fahrt wurde zur " Rallye Seychelles": Vollgas in unübersichtliche Kurven fahren, bei Haltestellen eine Vollbremsung hinlegen, entgegenkommende Fahrzeuge grundsätzlich zum Anhalten zwingen und ganz einfach Fahren wie ein Henker - der Fahrer hat wohl etwas zuviel Motorsport geschaut. Wir schauten uns während der Fahrt, bei der wir mehrere Male fast bis zum Dach hoch aus den Sitzen gehoben wurden, mehrmals kopfschüttelnd an und hofften, da wieder raus zu kommen. Irgendwann kamen wir dann doch am Flughafen von Praslin an, total verschwitzt, aber heil.

Da wir noch Zeit hatten, kehrten wir im kleinen Flughafen-Café für einen Kaffee mit Kuchen ein. Als wir gegen 17:30 Uhr am Check-Inn-Schalter vorsprachen, teilte uns die gute Lady mit, dass wir schon den Flug um 18:00 Uhr nehmen könnten, nicht erst den reservierten Flug um 18:35 Uhr. Von unserer Seite sprach nix dagegen und so saßen wir kurz darauf auch wieder im 19-Sitzer-Flugzeug zurück nach Mahé. Diesmal hatten wir Plätze in der 1. Reihe, also direkt hinter den beiden Piloten. Ohne Komplikationen landeten wir 30 min vor Plan auf Mahé und warteten am Flughafen auf Vlad, der uns 20 min später abholte. Wir haben darauf verzichtet, den vorgezogenen Anflug an Heike zu melden. Etwas warten macht ja auch mal nix. Der Rest des Tages war ruhig und friedlich, unsere Müdigkeit hielt uns davon ab, noch ein paar Bäume auszureißen.


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