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Tag 6 - La Digue
Die Nacht war bereits wieder vorbei, da hatte sie kaum angefangen. Wir sind um 5 Uhr aufgestanden, da um 7 Uhr unser Flug nach Praslin starten sollte. Gegen 6:30 Uhr hat uns Vlad am Flughafen abgeladen, wo wir relativ unkompliziert am kleinen Terminal für die Flüge von Insel zu Insel einchecken konnten. Natürlich muss man auch bei den kleinen Flugzeugen vorher einen Sicherheitscheck passieren, wobei die Sicherheitsbeamten nicht wirklich konsequent waren. Mit uns reiste noch eine Gruppe junger Sportler (Fußball?) mit uns. Kurz vor 7 Uhr ging es zu Fuß aufs Rollfeld, wo bereits eine kleine Maschine mit knapp 20 Sitzen auf uns wartete. Also quetschten wir uns rein und schon ging es los. Der Flug war absolut unspektakulär und auch schon nach 15 Minuten wieder vorbei. So setzten wir also unseren Fuß auf Praslin.
Unser Gepäck konnten wir sogar von einem kleinen Gepäckband abholen. Heike hatte uns die ungefähre Adresse von der Frau gegeben, in deren Gästehaus wir übernachten sollten. Da dies am anderen Ende von Praslin war wählten wir den bequemen Weg einer Taxifahrt. Der Taxifahrer bretterte mit uns relativ zügig über die Insel, zeigte uns ein paar Sehenswürdigkeiten und fragte sich nach der Frau durch. Aber sooo schnell kann es nicht gewesen sein, der Tacho zeigte nämlich ständig 0 an. Kann aber auch daran liegen, dass er defekt war ;-). Der Fahrer fand dann doch ohne Probleme das richtige Haus und setzte uns dort ab. Die Frau, bei der wir uns melden sollten, meinte jedoch, dass es da wohl ein paar Missverständnisse bei der Reservierung gegeben hätte und sie gerade kein freies Zimmer habe. Nach einem kurzen Telefonat konnte sie uns jedoch mitteilen, dass Ihre Schwester, die gleich um die Ecke wohne, ein Zimmer frei habe. Wir sollen doch nachmittags wieder vorbei schauen und konnten unseren Rucksack bei ihr lassen. OK, dann bis zum Abend.
Wir machten uns dann mit dem Bus auf in Richtung Fähre, welche uns nach La Digue bringen sollte. Unsere erste Busfahrt gab uns gleich mal einen Vorgeschmack, was wir die beiden Tage auf Praslin erwarten konnten: alte, stinkende Kisten, bei denen das lauteste das Quietschen war. Aber trotzdem waren alle Busfahrten lustige Abenteuer und des öfteren stockte uns der Atem, als der Busfahrer mal wieder viel zu schnell über eine viel zu schmale Straße bretterte. Am Fährterminal angekommen konnten wir gerade noch einer der letzten Karten für die 9 Uhr-Fähre ergattern. Die Fahrt mit dem ca. 50 Personen tragenden Kahn bestand die ganze Zeit aus einem Wechsel von auf und ab. Meine Herren, war mir schlecht. Diese 30 min waren mit das Schlimmste, das ich je erlebt habe, wobei Kevin meinte, dass es wirklich etwas extrem schaukelte.
Auf La Digue angekommen musste ich mich erst einmal 45 min regenerieren. Danach machten wir das, was alle Touristen auf La Digue tun - Fahrrad ausleihen. Auf der Insel ist das das beste Fortbewegungsmittel. Für je 50 Rupies hatten wir 2 Fahrräder, wobei vor allem meines eine Krücke war. Der Sattel war sehr tief und konnte nicht in der Höhe verstellt werden. Wir machten uns auf in südliche Richtung, wo wir nach 3 km und zwischenzeitlichem Eintritt zahlen einen der bekanntesten Strände der Welt - die Anse Source d'Argent - erreichten. Wie nicht anders zu erwarten ist es dort tatsächlich umwerfend schön. Wir blieben ca. 2 h dort und genossen die Sonne und die schöne Umgebung. Irgendwann mussten wir aber doch wieder zurück in Richtung Fähre, also machten wir uns wieder auf unsere Drahtesel und fuhren nordwärts. Dabei gelangten wir u.a. mitten in den Schulschluss und so fuhren und liefen geschätzte 200 Kinder auf der Straße herum. Kurz vor dem Fahrradverleih begann es plötzlich wie aus Eimern zu regnen, so dass wir beide tropfnass die Fahrräder abgaben. Mmh, nicht gerade angenehm - nasse Klamotten auf der Haut. Das Warten bis zur Abfahrt der Fähre konnte aber die Klamotten wieder gut trocknen. Die Fahrt zurück war dann glücklicherweise einigermaßen erträglich.
Wieder auf Praslin warteten wir eine ziemlich lange Zeit auf den richtigen Bus, der uns zurück an die Cote d'Or brachte. Bei unserem Gästehaus angekommen wurden wir von der "Frau des Hauses" in die Nachbarschaft begleitet, wo sich für uns ein Plätzchen zum Übernachten gefunden hatte. Wir waren in einem sehr modernen Gästehaus mit guter Ausstattung untergebracht und hatten sogar 2 Zimmer. Der Hunger trieb uns in Richtung der wenigen Restaurants, die sich in Nachbarschaft des größeren Hotels nebenan angesiedelt hatten. Wir entschieden uns für eine sehr kleine Pizzeria, in welcher wir zunächst die einzigen Gäste waren. Kurz bevor wir unsere Mahlzeit serviert bekamen fiel der Strom in der ganzen Umgebung aus, so dass die Küche erst einmal auf Sparflamme laufen musste. Da es bereits dunkel war bekamen wir eine Kerze auf unseren Tisch gestellt. So hatten wir ein schönes "Candle-Light-Dinner". Zu unserer Belustigung hat das einen Typ in der Küche besonders amüsiert, da er ständig laut lachte und alle 2 min raus kam, um auf einem eigens dafür abgestellten Stuhl sitzend eine Zigarette nach der anderen durchzuziehen. Auf dem Rückweg waren wir beide noch hungrig, so dass wir beim nahen Hotel im Restaurant jeweils 1 Pizza zum Mitnehmen bestellten. Nach kurzer Wartezeit konnten wir diese mit ins Gästehaus nehmen und verspeisen. Somit war der Tag dann auch gelaufen.






